Wenn eine Anzahl von Personen innerhalb bestimmter Raumgrenzen isoliert nebeneinander hausen, so erfüllt eben jede mit ihrer Substanz und ihrer Tätigkeit den ihr unmittelbar eignen Platz, und zwischen diesem und dem Platz der nächsten ist unerfüllter Raum, praktisch gesprochen: Nichts. In dem Augenblick, in dem diese beiden in Wechselwirkung treten, erscheint der Raum zwischen ihnen erfüllt und belebt.
Simmel Georg, Soziologie – Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Berlin, 1908, S.462
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Wenn es den öffentlichen Raum noch geben kann, dann konkretisiert er sich darin, dass er laufend durch Aneignung interpretiert werden kann - als Orte des Ungewöhnlichen, der Verrückung von Sicherheiten, der unbekannten Möglichkeiten, des spielerischen Zuffalls, kurz: Orte des öffentlichen Lebens, wo das gesellschaftliche Selbstverständnis nicht selbstverständlich ist, deshalb kommunikativ bleibt und ständig erneuert wird.
Hubeli Ernst, in: 100% Stadt, 2003, S_58.
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Raum muss als Wechselwirkung zwischen Struktur und Handeln verstanden werden. "Nur wenn der Raumbegriff selbst und nicht nur das Handeln als bewegt gefasst wird, können auch Veränderungen von Räumen verstanden werden.
Löw Martina, Raumsoziologie, 2001, S_65.